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Integrierte Leitstelle und EinsatzdiensteHaus-Not-Ruf

Integrierte Leitstelle und Einsatzdienste

Alwin Koch

Fachbereichsleiter
Integrierte Leitstelle und
Einsatzdienste

ist gerne für Sie da!

 

Tel. 07433 / 90 99 94

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Die integrierte Leitstelle Zollernalb (ILS) in Balingen nimmt Hilfeersuchen entgegen und alarmiert oder disponiert die geeigneten Rettungsmittel zu den jeweiligen Notfallorten. Ausgestattet ist die ILS mit elektronischen Hilfsmitteln der neuesten Generation (Erneuerung 2020).

Die ILS ist zuständig für den Zollernalbkreis mit ca. 917 qkm und ca. 184.000 Einwohnern.  Neben der Alarmierung des Rettungsdienstes und der Disposition des Krankentransportes, werden die 25 Gemeindefeuerwehren (insgesamt 87 Feuerwehrabteilungen) ebenfalls alarmiert und unterstützt.

 

17 Disponenten besetzen die ILS rund um die Uhr mit tagsüber 3 und nachts 2 Disponenten. 

Die ILS ist mit 4 Arbeitsplätzen, einem vollwertigen Lagedienstführerplatz und einer Besprechungsinsel ausgestattet. 
Für Großschadenslagen stehen außerdem 4 Ausnahmearbeitsplätze (AAP) in einem Nebenraum zur Verfügung. Für die Rückfallebenen Brandmeldeanlage und digitale Alarmierung steht den Disponenten ein separater Arbeitsplatz zur Verfügung. Den Datenpflegern steht zusätzlich ein Büro-Arbeitsplatz und dem Leitstellenleiter ein Büro zur Verfügung.

Rainer Knoll

stv. Fachbereichsleiter
Integrierte Leitstelle und Einsatzdienste

ist gerne für Sie da!

07433 / 90 99 856

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Einsatzleitsystem (ELS)

Das ELS mit dem Einsatzleit,- Informations,-  und Organisationssystem ist folgendes beinhaltet: Einsatzübersicht, Erfassung, Disposition, Alarmierung, Maßnahmenkatalog, Statusverfolgung, Protokollierung, Einsatzmittelübersicht, Infothek, Einsatzrecherche, Schnelleinsätze, Großschadenslagen… Die Krankentransport-Einsatzplanung mit Zeitskala, Dienstpläne der Einsatzmittel und Auslastungsanzeige, dient der Unterstützung des Disponenten. Das ELS hat darüber hinaus zahlreiche Schnittstellen und weitere Informationen zum ELS.

Kommunikationsmanagementsystem (KMS)

Hier ist in der ILS eine der modernsten Generationen von Funkvermittlungs- und Notrufabfragesystemen eingebaut. Das System basiert auf 100% IP-Technologie. Die 4  Arbeitsplätze und der Lagedienstführerplatz, sind mit  beweglichen Touchscreen Bildschirmen ausgestattet.

Advanced Mobile Location (AML)

Advanced Mobile Location (kurz AML, zu Deutsch: fortschrittliche mobile Ortung) ist ein Dienst in modernen Smartphones, welcher bei der Wahl des Notrufes die aktuelle Position übermittelt.

  • Wie funktioniert es?

    Das Mobiltelefon erkennt, wann es sich um einen Notruf handelt (z.B. Wahl der 112), aktiviert die interne Ortungsfunktion (GPS) und sendet die Positionsdaten automatisch zur Notrufzentrale. Die Übermittlung erfolgt wahlweise über das Internet (LTE, UMTS, EDGE oder WLAN) oder als Daten-SMS. AML ist keine separate App, sondern ist direkt in das Betriebssystem des Smartphones integriert.

    In Deutschland betreiben die integrierte Leitstelle in Freiburg (Freiburg-Breisgau-Hochschwarzwald) und die Feuerwehr Berlin zwei Endpunkte, an welche alle AML-Daten durch die Smartphones übertragen werden. Das Verfahren ist datenschutzrechtlich geprüft und freigegeben. Alle Rettungsleitstellen können über eine gesicherte Datenverbindung die Notrufdaten abrufen, sofern sie über einen entsprechenden Zugang zum System verfügen. Die Daten liegen für max. eine Stunde vor und werden primär per Datenverbindung vom Smartphone an die Server übertragen. Die Übertragung mittels Daten-SMS befindet sich aktuell in der Umsetzung. Die Übermittlung der Notrufdaten ist kostenfrei.

  • Was wird übermittelt?

    Da die Sensoren des Smartphones nicht sofort die genaue Position ermitteln können, werden während des Notrufes die aktuellen Standortdaten mehrfach gesendet. So wird eine möglichst genaue Angabe zur aktuellen Position erreicht. Die ersten Daten werden gesendet sobald sie verfügbar sind, dann jeweils ca. 10, 20, und 30 Sekunden nach wählen des Notrufes. So können im besten Fall insgesamt 4 Datensätze mit folgenden Informationen übertragen werden:

    • Nummer des Notrufenden
    • gewählte Notrufnummer (112)
    • Zeitpunkt der Wahl des Notrufes
    • Positionsdaten (Breiten- und Längengrad)
    • Höhe in Metern
    • Genauigkeit der Daten
    • Quelle der aktuellen Position (GPS, Wifi)
    • Richtung und Geschwindigkeit des Notrufenden (wenn in Bewegung)

    Im Einsatzleitrechner der Integrierten Leitstelle Zollernalb wird die interne Ortungsfunktion sogar bis zu 5 mal automatisiert wiederholt, damit die genaue Position des Anrufers angezeigt/übermittelt wird.

  • Welche Vor- und Nachteile gibt es?

    Vorteile:

    • AML wird automatisch aktiviert, ist schneller, einfacher und vor allem genauer als die bisher genutzten Techniken zur Ortung von Notrufen (vgl. Standortermittlung nach TR-Notruf)
    • Es ist im Betriebssystem der Smartphones integriert und bedarf keiner zusätzlichen App. Einfach 112 wählen.
    • Datenschutz ist gewährleistet.

     

    Nachteile / Grenzen:

    • Ältere Smartphones und Mobiltelefone unterstützen AML nicht.
    • Wenn keine Netzverbindung besteht können auch keine Daten (Standort) übertragen werden.
    • Die Ortung über Wifi (WLAN) kann fehlerhaft sein, wenn der WLAN-Router kurz zuvor an einem anderen Standort verbaut war.
  • Alternative Ortung

    Eine weitere Möglichkeit einen Anrufer zu orten wäre über das Rescue Track System der ILS Zollernalb. Hier ist es möglich auch Bilder oder ein Video von einem Schadensereignis (Feuer, Unfall) oder einem Krankheitsbild an die ILS zu schicken. Die Zustimmung dafür gibt der Anrufer, in dem er eine SMS von dem System bekommt und diese aktiv annehmen muss. Mit dieser Bestätigung der SMS stimmt der Anrufer einer Ortung zu.

BOS-Kommunikationssystem zwischen der ILS und den Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes und Krankentransports

Zusätzlich zum bestehenden Funkmeldesystem werden Kurztexte aus dem ELS wie Einsatzort, Patientenname usw. sowie die Koordinaten des Einsatzortes an das entsprechende Rettungsmittel Hausnummerngenau übertragen. Mit den erhaltenen Koordinaten führt das Navigationssystem die Rettungsmittel direkt zum Einsatzort. Das Rescue Track System ermöglicht den Disponenten jederzeit den genauen Standort der Rettungsmittel, welches auf einem Grafiksystem abzulesen ist. Die Rettungsmittel sind mit Pulsation ausgestattet.

Kommunikation über Mobilfunk Vodafone

Sollte nun von der ILS oder von einem Einsatzmittel keine BOS-Funkverbindung aufgebaut werden können, schalten sowohl das ELS wie auch die Einsatzmittel automatisch auf Mobilfunk um. Die Einsatzmittel sind somit auch außerhalb des eigenen Rettungsdienstbereiches  zu erreichen. Das ELS ist über einen VPN Zugang an das SMS Center von Vodafone aufgeschaltet. Diese Aufschaltung ermöglicht eine bevorrechtigte Nutzung des SMS-Dienstes.

Georeferenzierte Disposition

Durch die georeferenzierte Disposition werden die dem Einsatzort am nächsten bzw. die schnellsten Rettungsmittel alarmiert. Dies bezieht sich auch auf die Rettungsmittel der angrenzenden Rettungsdienstbereiche.

Tunnel B463 Laufen

Alle Notrufe aus dem im Jahr 2002 eröffneten Tunnel der B 463 bei Albstadt-Laufen werden in der integrierten Leitstelle überwacht. Zeitgleich mit dem Notruf schaltet sich automatisch eine der insgesamt neun Tunnelkameras ein, so dass der Disponent auf einer Monitorwand sofort sieht, was sich im Tunnel ereignet hat. Über das Vermittlungssystem kann jede einzelne Kamera vom Disponenten eingeschaltet werden. Er kann sich einen Gesamteindruck über die Schadenslage im Tunnel verschaffen und schnell die notwendigen Einsatzkräfte alarmieren.

Bergrutsch Winkelgrat

Oberhalb der Kreisstraße K 7145 zwischen Albstadt-Laufen und Meßstetten-Tieringen finden seit längerer Zeit geologische Veränderungen statt. Dadurch besteht die Gefahr, dass ein Bergrutsch ausgelöst wird, der die Kreisstraße unterhalb des Winkelgrats unpassierbar machen könnte. Die geologischen Veränderungen werden über Sensoren registriert und aufgezeichnet. Überschreiten die Veränderungen eine definierte Größe, wird automatisch eine Alarmmeldung zur Leitstelle übertragen. Der Disponent der Leitstelle wird über  SMS-Alarmierung die installierten Ampelanlagen auf rot schalten und die Straße damit für den Verkehr sperren. Gleichzeitig mit der Sperrung der Kreisstraße K 7145 werden die Straßenmeisterei, die Polizei, das Landratsamt und das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg in Freiburg mittels SMS-Alarmierung und Fax benachrichtigt.

Albstadtwerke / Stadtwerke Balingen

Außerhalb der Dienstzeiten werden Notrufe, Hilfeersuchen und automatische Alarmmeldungen für die Albstadtwerke und die Stadt Balingen im Bereich der Wasser, Gas- und Stromversorgung entgegengenommen. Der Disponent alarmiert den entsprechenden städtischen Fachdienst über das eingebundene Alarmsystem und leitet damit die erforderlichen Hilfeleistungen ein.